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Ludwig der Schwarze

Im Jahr 1410 erfolgten in der Pfalz eine große Landesteilung in zwei Hauptlinien, die Kurlinie oder Heidelberger Linie und die Pfalz - Zweibrücken - Simmern.Pfalzgraf bzw. Herzog Stephan teilte 1444 sein Land vertraglich unter seinen Söhnen Friedrich und Ludwig auf. Simmern und die Hundsrücker Gebiete erhielt Friedrich und Ludwig erhielt die Gebiete Zweibrücken und die durch Pfalzgraf Stephan durch Heirat mit der Erbtochter Anna von Veldenz erworbene Grafschaft Veldenz.Ludwig bekam wegen seiner schwarzen Haare und seinem dunkleren Teint den Beinamen der "Schwarze" und wurde Gründer der Linie Pfalz - Zweibrücken - Veldenz.1453 legte Pfalzgraf Stephan aus freien Stücken die Regierung nieder und Ludwig übernahm die Regierung im Herzogtum Pfalz - Zweibrücken - Veldenz.1454 vermählte er sich mit Prinzessin Johann von Croy und hatte mit Ihr 13 Kinder.Die Zeit Herzog Ludwigs ist dadurch geprägt, den sinkenden Einfluß des Kaisers zu nutzen und selbständige Territorialstaaten zu schaffen und die eigene Stellung zu behaupten. So auch Herzog Ludwig. Dieser hatte jedoch das Mißgeschick, dass seine Bundesgenossen teils nicht zufällig, teils nicht zur rechten Zeit nicht immer zur Stelle waren. Vornehmlich geschah dies in den Fehden und Kriegen gegen seinen Vetter Friedrich I. seitens der Kurlinie.Der Streitpunkt der Vettern war die zum veldenzischen Landesteil des Herzogtums gehörende Burg Lichtenberg, über die der Kurpfälzische Vetter Friedrich angeblich die Lehenshoheit innehielt. Friedrich forderte also Ludwig auf, ihm den Lehenseid zu leisten und die Lehenshoheit anzuerkennen. Dieser war jedoch anderer Meinung und verweigerte den Lehenseid. Viele seiner Verbündeten rieten Ludwig davon ab, dem Vetter Friedrich und der Kurpfalz den Krieg zu erklären. Einzig der Erzbischof von Mainz bestärkte Ludwig in seinem Vorhaben. Am 3. Juli 1455 erging der Fehdebrief.Die erste Kampfhandlungen fanden beim Städtchen Arnsheim statt. Die Kurpfälzischen Amtsleute und Söldner plünderten Weinheim bei Arnsheim und verschleppten die dortige Bevölkerung. Der Kurfürst selbst zog mit seinem Heer nach Bergzabern und begann am 9. Juli 1455 mit der Belagerung. Ludwig auf seine Verbündeten hoffend (Erzbischof Dieter von Mainz, seinen Bruder Ruprecht den Bischof von Straßburg und seinen Schwiegervater) zog nach Annweiler, um mit seinem Heer (Söldner aus der Wallonie und Picardie) Bergzabern zu entsetzen. Die Söldner waren jedoch nicht bereit gegen das Heer der Kurpfalz zu ziehen und zog, unter Plünderung des Klosters Eusserthal, wieder ab. Ludwig von seinen Verbündeten und Söldnern im Stich gelassen mußte im Oktober 1455 die Lehenshoheit der Kurpfalz über die Burg Lichtenberg und das Remigiusland anerkennen.Die Stadt Bergzabern widerstand 24 Tage lang dem kurpfälzischen Belagerungsheer. Die Bürger und die Besatzung mußten schließlich am Abend des 11. August 1455 die Stadt übergeben. Die Stadt wurde nach Friedensschluß dem Herzog Ludwig zurück gegeben. Die erste Fehde endete also mit der Anerkennung der Lehenshoheit, jedoch keinen Gebietsverlusten aber sehr hohen Kriegskosten.Wenige Jahre später im Jahr 1460 sollten der 2. große Krieg gegen die Kurpfalz ausbrechen, deren Hauptanstifter Ludwig der Schwarze, der Mainzer Erzbischof Dieter und die Grafen von Württemberg waren. Herzog Ludwig stellte an den Kurfürst Friedrich die Forderung, das die ehemaligen veldenzischen nunmehr kurpfälzische Lehen für sich und seine Erben zum reinen Erblehen werden.Der Kurfürst Friedrich genannt der Böse Fritz war zu keinerlei Verständigung bereit. Die Verbündeten zu denen sich auch Emich von Leinigen gesellte begannen im Januar 1460 mit den Feindseligkeiten.Am 17. Januar 1460 brandschatzen die zweibrückischen Truppen die Ortschaften Böhl, Haßloch, Iggelheim und das zur Reichsstadt Landau gehörende Queichheim. Die leinigischen Truppen zerstören 3 Dörfer unterhalb der Madenburg. Die Landbevölkerung in der Kurpfalz hatte unter den fremden Söldnern, hauptsächlich Schweizer und Wallonen, am meisten zu leiden.Der Kurfürst Friedrich und sein Verbündeter der Landgraf von Hessen belagern das stark befestigte Kleinbockenheim bei Grünstadt. Herzog Ludwig I. zieht mit dem Erzbischof von Mainz und 5000 Mann zum Entsatz heran. Am 4. Juli 1460 kommt es zur Schlacht bei Pfeddersheim. Die kurfürstlichen Truppen zogen mit Eichenlaub an den Mützen in die Schlacht, die Zweibrücker und deren Verbündeten mit Weizenähren, da man kurzzeitig vorher die Weizenfelder der Kurpfalz verwüstet hatte.Der Kurfürst Friedrich führte seine Scharen mit dem Schlachtruf: "Heut Kurfürst oder Nie" in die Schlacht.Die Chroniken der Schlacht berichten das Herzog Ludwig trotz erbitterter Gegenwehr geschlagen wurde. Die Chroniken berichten zudem, dass die Straße von Pfeddersheim nach Worms mit Toten und Verwundeten bedeckt waren. 4 Grafen, 150 Edele und mehrere 100 Knechte wurden gefangen. Nur mit Mühe entging der Herzog der Gefangennahme.Trotz der verlustreichen Schlacht kam es nicht zu einer Aussöhnung mit dem Kurfürsten Friedrich, der nach dieser Schlacht den Beinamen "der Siegreiche" erhielt.Es kam vielmehr dazu, dass Herzog Ludwig Krieg mit dem Grafen Johann von Nassau Saarbrücken anfing und die Herrschaft Kirchheim nebst der Stauf einnahm und das Kloster Rosenthal brandschatzte. Kurfürst Friedrich zog nunmehr mit 10.000 Mann (wahrscheinlich übertrieben) gegen Meisenheim und beschoß die Stadt von der einer beherrschenden Anhöhe aus, was Herzog Ludwig schließlich zum Frieden veranlaßte. Gleichzeitig mit dem Friedensschluß wurde auch mit dem Grafen von Nassau - Saarbrücken Frieden geschlossen.Am 21. August 1461 hatte Papst Pius den Mainzer Erzbischof Dieter von Isenburg abgesetzt und den Grafen Adolf von Nassau zu dessen Nachfolger bestimmt. Herzog Ludwig stand auf der Seite von Adolf von Nassau also ein Gegnern seines früheren Verbündeten.Unter dem Vorwand die bisherigen Wirren gütlich zu beenden lud Adolf von Nassau seine Gegnern zu Verhandlungen nach Mainz ein. Dies wurde aber nur gemacht, um die Gegner und die Stadt zu überrumpeln, sowie die Mainzer Bürger zu bestrafen.Herzog Ludwig dem Schwarzen fiel hierbei die Aufgabe zu, einige hochrangige Bürger auf die Seite Adolfs von Nassau zu ziehen. Gesagt getan, die abgefallen Bürger versprachen das Gautor zu besetzen und so gelang es dem Herzog mit seinen Scharen am frühen Morgen die Umfassungsmauern zu übersteigen und ins innere der Stadt einzudringen. Mainz wurde am 28. Oktober 1461 nach tapferer Gegenwehr der Bürger von Herzog Ludwig und seinen Verbündeten erobert und geplündert.Der Beuteanteil unseres Herrn betrug 1200 Fuder Wein, 3000 Malter Mehl, Korn und Hafer, 862 Goldgulden, 574 Gulden Silbergeld, 158 Mark Silbergeschirr und große Mengen an Tuch, Seidenzeug, Ringen Spangen und Kerzen.Die verschiedenen, zwischen Herzog Ludwig dem Schwarzen und dem Kurfürsten Friedrich den Siegreichen, zustande gekommenen Verträge waren niemals von sehr langer Dauer. Nur einmal stehen der Kurfürst und der Herzog zusammen mit dem Speyerer Bischof als Verbündete gegen die Reichsstadt Speyer im Jahr 1466.1470 war es wieder soweit - der Kaiser Friedrich III. war mit dem gewaltsamen Vorgehen des Kurfürsten Friedrich gegen die Abtei Weißenburg nicht einverstanden und ernannte 1470 unseren Herzog Ludwig zum Reichshauptmann gegen den Pfälzer Kurfürsten Friedrich den Siegreichen. Um das Maß voll zu machen ernannte der Kaiser Friedrich III. unseren Herzog am 17. Dezember 1470 außerdem zum Reichsvogt über das Elsaß. Das Reichsvogteirecht d.h. die Stellung des Reichsvogtes des Elsaß war jedoch ein erbliches Recht der Kurpfalz.1471 kommt es daher unvermeidlich zum erneuten Krieg mit der Kurpfalz mit Gefechten bei Saarbrücken, Nanstein, Wachenheim und Bergzabern. Da der Kaiser jedoch den unseren Herzog im Stich ließ, da er kein Geld hatte um ein Reichsheer aufzustellen, mußte Herzog Ludwig der Schwarze um Frieden bitten. Dieser Frieden wurde am 2. September 1471 in Heidelberg geschlossen.Damit hatte die kriegerische Laufbahn unseres Herzogs ein ende. Enorme Landverluste und Finanzielle Verluste waren die Folge der Kriege. Die Kriegskosten für die ergebnislosen Kämpfe gegen die Kurpfalz bezifferten sich auf 283 000 rheinische Gulden. Die Aufstellung trug am Schluß den Vermerk: " das verderben der armelude in der lantschafft ist herjn nit gerechnet"Doch es gibt auch positive Dinge zu berichten. In den späteren Jahren war unser Herzog eifrig bemüht, die durch die Kriege verursachten Schäden zu heilen und den Wohlstand seiner Untertanen zu fördern. U.a. wurden neue Zunftordnungen erstellt. Auch der lebensnotwendigen Salzversorgung wendet er sich zu, indem er Verträge mit dem Lothringischen Herzog dem Besitzer der Saline zu Duse schießt.1487 gründet er die erste Buchdruckerei im Herzogtum Zweibrücken und das obwohl die Kunst des Buchdrucks erst 1450 entdeckt worden war.Auch dem Münzwesen nahm er sich an und vereinbarte mit der Kurpfalz und Mainz das die gleichen Münzen in Gewicht und Größe in den Ländern geschlagen werden.1483 verleiht er seiner Stadt Zweibrücken den Freiheitsbrief in dem die politischen Rechte und Freiheiten der Bürgerschaft festgelegt werden.Am 19. Juli 1489 verstirbt Herzog Ludwig der Schwarze.Sein Leichnam wurde nach Meisenheim gebracht und in der dortigen Gruft neben seinem Vater Pfalzgraf Stephan beigesetzt.Abschließend sollte folgendes nicht unerwähnt bleiben:Kaiser Friedrich III. hatte unseren Herzog immer geschätzt und auf seinen Reisen gerne um sich gehabt.Herzog Ludwig der Schwarze genoß großes Ansehen bei Kaiser Friedrich III. Welch hohes Ansehen Herzog Ludwig I. genoß, zeigt die Tatsache, dass er bei der Trauung des zukünftigen Kaiser Maximilian I. mit Maria der Erbin von Burgund die Trauung per procurationem d.h. als diplomatischer Stellvertreter vollzog.Herzog Ludwig der Schwarze vollzog symbolisch die Hochzeit, indem er sich in silberner Rüstung mit entblößtem Knie neben die Brau legte.Noch eine kleine Geschichte;Bei ersten Friedenschluß zwischen Herzog Ludwig dem Schwarzen und dem Kurfürst Friedrich dem Siegreichen soll Friedrich gesagt haben: "Ihr hättet Euch und mir dies wohl ersparen können, daß nicht so viele arme Leute darum verdorben wären." Darauf soll Ludwig geantwortet haben;"Vetter, man hat mich dazu verhext; ich will nimmermehr gegen Euch handeln."Ludwig überlebt Friedrich um mehr als 12 Jahre. Friedrich der Siegreiche verstarb am 12. Dezember 1476 in Heidelberg. © 2011 Veldenzer Aufgebot - Letzte Aktualisierung am 13.07.2011

Ludwig der Schwarze



Veldenzer Aufgebot 1462

Ere vnd TreweLon vnd solt